Eintrag vom Sonntag, 28. Dezember 2008

Anuk

Hallole, endlich ist es soweit: Das Schicksal von Anuk!

Ich beginne von ganz vorne.

Da die Partnerin unseres Rüden Mike aus Altersgründen verstorben war, suchten wir

im Internet nach einer neuen Hündin.

Es sollte eine jüngere Hündin sein, welche noch nicht so viel Schönes erlebt hatte.

Nach längerer Suche wurden wir im Einsiedlerhof in Kaiserslautern fündig.

Mit der Nummer: F1944. kam zum ersten mal unsere Anuk ins Spiel.

Wir telefonierten mit dem Tierheim und fuhren nach KL zu unserem 1. Besuch:

Welch ein trauriger Anblick, Anuk war so scheu, drehte ungeduldig Ihre Runden und versteckte sich bei jedem Versuch der Annäherung in der hintersten Ecke.

Selbst mit Leckerlis konnte man sie nur kurz locken, sie verschwand jedoch damit wieder in die letzte Ecke.

Man merkte, Sie war neugierig, aber die Angst war größer, sie hielt immer einen gewissen Sicherheitsabstand.


Der 2. Besuch:

Auch er war nicht erfolgreicher, schon längst hatten wir unseren Narren an dieser Hündin gefressen und wollten sie so schnell wie möglich zu uns nach Hause holen.

Niemand wusste welche Gründe dieses scheue und ängstliche Verhalten ausgelöst hatten.

Selbst das Gassi gehen war ein Problem, sie ließ sich ja nicht anfassen und zitterte vor Angst.

Sie blieb einfach stehen und „buckelte“ um ihr Geschirr los zu werden.

Der letzte Besuch:

Heute ist es soweit wir holen sie ab.

Die Autofahrt in Ihr neues Zuhause in Ludwigshafen, war für sie (und uns) ein sehr aufregendes Erlebnis. Nach der Ankunft wurde erstmal überall nach Flucht- und Versteckmöglichkeiten Ausschau gehalten, sie lief immer wieder aufgeregt zwischen Hof und Garten hin und her.

Ins Haus wollte sie gar nicht, auch nicht als Mike sie lockte.

Aber es musste eine Schwäche geben und wir fanden sie auch rechtzeitig: "gekochten Schinken" !

Diese Schwäche galt es nun auszunutzen in allen Lebenslagen. Das Locken ins Haus gelang uns damit, sowie manche vorher undenkbaren Handlungen. In der ersten Nacht schlief Sie vor lauter Erschöpfung direkt vor der Haustür ein. Erstaunlich war die steigende Begeisterung von den ersten Spaziergängen mit Ihr. Sie lief zwar sehr zaghaft an der Leine aber ohne zu flüchten.

Das Spazieren gehen wurde immer mehr ihr Liebstes, wenn da nur nicht die Anzieherei wäre. Aber Geschirr musste nun mal sein. Zum Anziehen musste man Sie zu Anfangs „einfangen“. Ganz in die Ecke gekrümelt ließ sie es sich Anziehen.

Die Zeit brachte immer mehr kleinere und größere Entwicklungsschritte.

Sie ließ sich das erste mal anfassen und streicheln.

Sie freute sich wenn sie uns sah, sie probierte ihre Welpenzeit etwas nachzuholen in dem sie anfing Sachen zu zernagen (da freuten wir uns sogar).

Der Verlust hielt sich in Grenzen:

1 Teppich, 1 Brustgeschirr, mehrere Decken und ein Lammfell, aber das war einmal.

Faszinierend war auch, dass Anuk nicht Spielen konnte - es war für sie fremd!

Sie wusste nichts mit Bällen, Knochen bzw. anderen Spielsachen anzufangen.

Erst nach längerem (Tagen der Übung) locken und mit Hilfe unseres Rüden ist ihr Lederfußball nun auch Ihr Heiligtum geworden!! Wann immer jemand von uns das Haus verlässt, steht sie press hinten an in der Hoffnung es spielt jemand mit Ihr.

Das alles und noch einiges mehr (was noch sehr lange dauern würde) war ab dem 26.02.2008. Heute im Dezember 2008 sieht alles ganz anders aus:

Anuk hat sich zu einer kleinen Hexe gemausert die sich über alles freuen kann.

Sie spielt am liebsten Ball und tollt mit Mike durch Haus, Hof und Garten.

Sie schmust für ihr Leben gerne. Sie leidet jedoch etwas unter ihrem dicken Fell, also wird sie immer wenn es warm wird, alle 6-8 Wochen geschoren.

Sieht immer richtig süß aus und so langsam hat sie vor ihrer Frisöse auch keine Angst mehr.

Aber es gibt auch Angewohnheiten und Ängste die sie wahrscheinlich ihr Leben lang nicht mehr verlieren wird.


Wir kennen und akzeptieren diese und haben auch keine Probleme damit.


Wenn fremder Besuch kommt, wird geknurrt und sofort abgehauen in das 1.OG.

Sie erscheint erst wieder wenn die Luft rein ist.

Bei anderen Hunden ist sie eine kleine Zicke egal bei welchem.

Jeden Morgen um 6:00 Uhr ist Tag für uns ohne Ausnahme.

Sie will dann ihre Runde drehen und sorgt auch mit allen Mitteln dafür dass alle wach sind.

Im Oktober waren wir zum 1. Mal im Urlaub mit beiden Hunden.

Sie war total begeistert, nur vor den Kühen hatte sie riesigen Respekt. Da sie aber vertrauen zu uns hat, konnten wir auch an ihnen vorbei laufen mit vielen guten Worten und viel Lob schaffte sie es auch. Auch Auto fahren tut sie mittlerweile gerne.


Ich könnte noch Stunden lang weiter berichten, aber das würde zu viele Seiten ergeben.

Ein Schlusswort vielleicht noch.

Wir haben eine süße kleine Hündin bekommen, die wiederum eine liebe Familie bekommen hat. Das alles ergänzt sich sehr liebevoll und harmonisch.

Anuks Leben so wie unser Leben hat sich dadurch positiv geändert.


Mit den besten Grüßen

Familie Kräuter

PS. Frohe Weihnachten Euch allen.

Anmerkung von mir als Betreuer der Homepage:

Danke für die Ausdauer! Ich finde es toll, dass Anuk so engagierte und ausdauernde Menschen erhalten hat und dass Anuk sich so entwickeln konnte.

Danke auch für die netten Worte und die Weihnachtswünsche!

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