Weißstörche über der Westpfalz

Aktion „Pfalzstorch“ – ein Versuch der Wiederansiedlung


Noch vor 40 Jahren, die älteren Leser werden sich daran erinnern, gehörten Weißstörche, besser noch bekannt unter dem Namen „Klapperstörche“, in den vorderpfälzischen Dörfern und auch hier im Westrich, zu den heimischen Bewohnern. Die Verdrängung aus den angestammten Lebensräumen durch Straßenbau, Überlandleitungen, Flurbereinigung, Dorferweite-rungen, aber auch durch die hemmungslose Verwendung von Pestiziden auf den Feldern, haben den Bestand der Spezies zuerst schrumpfen lassen, alsdann haben die sensiblen Tiere der Pfalz ganz den Rücken gekehrt.

Woran kaum jemand geglaubt hatte; nach Jahrzehnten der Abstinenz sind die Störche (Ciconia ciconia) im vergangenen Jahr in die Westpfalz, und zwar an den Langenfelderhof, zurückgekehrt. Ihre Anwesenheit verdanken die mit einer Flügelspanne von bis zu 2.24 m ausgestatteten Vögel der Aktion „Pfalzstorch“, eine Initiative, die von der Universität Kaiserslautern begleitet wird und unter der fachlichen Leitung von Dr. rer. nat. Michael S t o l t z steht.

Als die Altvögel dann Ende Mai vergangenen Jahres brüteten, und schließlich vier Storchenjunge geschlüpft waren, war die Freude nicht nur bei Vogelfreunden groß. Die Freude aber währte leider nicht lange. Am 6. Juni müssen unbekannte Täter nachts das Nest geräubert und die vier Küken entwendet haben. Dass ein Marder oder ein Raubvogel die Jungtiere gefressen haben könnte oder dass die Tiere aus dem Nest gefallen sind und dabei zu Tode kamen, all diese Versionen sind nach Expertenmeinung auszuschließen. Nahe liegt, dass Menschen des Profites wegen diese frevelhafte Tat verübten. Trotz einer Auslobung auch des Tierschutzvereines konnte die Straftat bisher nicht aufgeklärt werden.

Es war ein glücklicher Umstand, dass nur wenige Tage später zwei, bei einem Sturm geschädigte Jungvögel dem Storchen-paar „untergejubelt“ werden konnten. Der Trick gelang, nach anfänglicher Skepsis übernahmen die Altvögel die Aufzucht.