Hoher Besuch aus der Mongolei

Delegation von Veterinären besucht Tierheim

Zum zweiten mal hat eine Delegation von Veterinärmedizinern aus der Mongolei unter Leitung des Projektbegleiters Dr. Frank S c h e n k e l im vergangenen Sommer das Kaiserslauterer Tierheim besucht. Unter den hochrangigen Delegationsteil-nehmern befanden sich Direktoren des Staatlichen Kontroll-amtes für Lebensmittel, Führungskräfte der Hauptabteilung des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, private Tierärzte, Mitglieder von Tierärztegenossenschaften, ein Radio-redakteur und ein Parlamentsabgeordneter. Die Delegation ist Gast der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammen-arbeit (GTZ) und hatte umfangreiche Besichtigungstermine quer durch die Bundesrepublik. Als Tierschutzeinrichtung war das Kaiserslauterer Tierheim einziger Programmpunkt.

Die Teilnehmer zeigten sich interessiert an der Organisation eines Tierschutzvereines, der Arbeit unseres Tierheimes sowie den Tierschutzproblemen allgemein. In der Gesprächsrunde im Tierheim war aber zu erkennen, dass es ähnliche Einrichtungen in der Mongolei wohl nicht gibt. Es wäre auch vermessen, die gleich hohen Ansprüche zum Schutz der Kreaturen wie bei uns, auch in anderen Ländern zu erwarten. Angesichts völlig anderer Lebensumstände haben die Menschen, haben auch die Behörden in der Mongolei, andere Sorgen. Alleine im letzten Winter verendeten dort Tausende von Herdentieren wegen Kälte und aus Nahrungsmangel. Ganze Familien wurden dabei ihrer Existenzgrundlage beraubt. Wen schert es da noch – provokativ formuliert -, wenn die Katze ein Vogelnest räubert?.


Interessant erschien uns, dass die Gäste beim Thema „soge-nannte Kampfhunde“ eifrig nachfragten und Notizen machten. Sie wollten genau über die gesetzlichen Regelungen bei uns, die behördlichen Maßnahmen und die Handhabung des Problems durch die Tierschützer informiert sein. Offen blieb, ob „Kampfhunde“ auch ein Thema in der Mongolei sind.



Anfänge eines bescheidenen Tourismus helfen den Nomaden,ihre Lebensbedingungen zu verbessern

Als Gastgeschenk wurde dem Tierschutzverein eine Bild- mappe der Mongolei überreicht. Gerne veröffentlichen wir hier ein Bild daraus, um Interesse für dieses faszinierende, wie auch geheimnisvolle Land, zu wecken. Reiseberichte schildern die in Zentralasien liegende Mongolei als ein überwiegend landwirtschaftlich strukturiertes Land mit weitem Steppen- und Wüstenhochland. Eine der größten Wüsten der Erde, die Wüste Gobi, finden wir dort. Sie verfügt über einen Reichtum an Flora und Fauna. Hier findet man noch das selten gewordene Argali- Wildschaf , Steinböcke, Wölfe, Wildesel, Schneeleoparden und Luchse.

Die Öffnung des Landes für den Fremdenverkehr soll zwar die Lebensbedingungen der Menschen verbessern helfen, birgt aber auch die Gefahr, dass das Reiseangebot angesichts des großen und interessanten Wildbestandes von vielen Jägern genutzt wird und in Safaritourismus ausartet.