P r e s s e b e r i c h t

Kampfhunde überschwemmen Tierheime
Hilferuf der Kaiserslauterer Tierschützer

 

Kaiserslautern.   Der Kaiserslauterer Tierschutzverein beklagt die ständige Zunahme von sogenannten Kampfhunden in ihrem Tierheim,  befürchtet hinsichtlich der  Belegung bald an der Grenze der Belastbarkeit angelangt zu sein und die Kosten für die Unterbringung der Tiere nicht mehr tragen zu können.  Als Ursache dieser Entwicklung sieht er das Inkrafttreten der neuen Gefahrenabwehrverordnung - Gefährliche Hunde -. Eine Verordnung, die in weiten Kreisen der Tierschützer als unnötig und  übereilt bezeichnet wird und die dazu beigetragen hat, daß Bürgerinnen und Bürger, aber auch Behörden,   verunsichert, ganze Hunderassen verteufelt   und Tierhalter diskriminiert wurden. Der Trend  nach noch mehr Kampf-hunden im Tierheim hält unvermindert an und ist vor allem dann zu erwarten, wenn die originär zuständigen Behörden zu restriktiveren Maßnahmen greifen werden.
Der Tierschutzverein ist enttäuscht darüber, daß Mehrarbeit und Kosten zu Lasten der Tierheime gehen.

Die erhöhten Kosten entstehen nach  Aussage  des Vorsitzenden des Vereines, Wilhelm K l e i n,  
vor  allem durch die quasi  Unver-mittelbarkeit der Tiere und damit verbundene  längere  Verweil-
dauern, durch die Pflicht zur Kennzeichnung,  Unfruchbarmachung und letztlich durch die Einschläferung.
Wegen der veränderten Situation sieht sich das Tierheim jetzt zusätzlich in der Pflicht,  weitere bauliche
Maßnahmen zur artgerechten Haltung der Tiere in Angriff zu nehmen. Dies ist auch deswegen
erforderlich, um die mit den Verwaltungen abgeschlossenen Verträge zur Unterbringung von Fundtieren
erfüllen zu können.

Nach Auffassung der Tierschützer kann es nicht richtig und vom Gesetzgeber auch nicht gewollt sein, daß hinsichtlich der Auswirkungen der Verordnung „den Letzten die Hunde beißen“.  Eine vom Tierschutzverein bereits im vergangenen September der Stadtverwaltung und mehreren Verbandsgemeinden des Landkreises angebotene Vereinbarung über die Aufnahme gefährlicher Hunde im Tierheim,  die den Pflegeumfang,  die Dauer der Unterbringung und auch die Kostenübernahme  geregelt hätte,   wurde von keiner der Behörden angenommen. 

Der Tierschutzverein hält aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung jetzt noch einmal Gespräche für zwingend erforderlich. Dabei signalisiert er  Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Behörden, auch um das Problem tierschutzgerecht gelöst zu wissen.   Sollte wider Erwarten eine Einigung und eine Kosten- beteiligung nicht zustande kommen, wird als Konsequenz die Aufnahme von Kampfhunden zukünftig verweigert werden. Damit, so der Vereinsvorsitzende, sei weder den Tierschützern, noch den zuständigen Behörden gedient.

Im Kaiserslauterer Tierheim  sind etwa die Hälfte aller untergebrachten Hunde sogenannte Kampfhunde im Sinne der Verordnung. Insgesamt 22 dieser  „Gefährlichen Hunde“  haben hier Obdach gefunden. Es sind überwiegend Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, denen seitens der Behörden, aber auch der Bevölkerung, besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.  Abgegeben, abgeschoben, ausgesetzt und von Behörden eingeliefert, leben sie im Tierheim, ohne Aussicht auf  Vermittlung in eine gute Familie, aber mit der fast sicheren  Perspektive, irgendwann einmal auf behördliche Anordnung hin oder aus Vernunft, weil das Leben hinter Gittern nicht artgerecht sein kann, getötet  zu werden.  

Besonders tragisch in diesem Zusammenhang sehen die Tier- schützer derzeit die Situation von sieben Welpen dieser verpönten Rassen. Unverdorben, unbefangen, lustig und verspielt, tummeln sie sich derzeit noch im Kaiserslauterer Tierheim. Wer hat den Mut, es diesen Tieren zu sagen, daß sie das Leben schon jetzt verwirkt haben? - meinte Klein. Und dabei wäre es so wichtig, daß diese Tiere jetzt, in der Prägungsphase, in gute menschliche Hände geraten.  

Die neue Verordnung  sieht  zwar die Vermittlung der Hunde über einen Pflegevertrag vor; die Hürden hierfür sind jedoch an Auflagen, Bedingungen und Kosten so hoch gehängt, daß sie kaum einer erfüllen kann. Die Folge bleibt:  die Tiere sind nicht vermittelbar, die Ausrottung der Rassen ist vom Gesetzgeber gewollt. Der Tierschutzverein sieht bei aller Notwendigkeit einer Regelung die Entwicklung doch mit einem gewissen Mißtrauen, weil durch die Verordnung auch verantwortungsvolle Tierhalter betroffen sind und gegen die eigentlichen,  den Ruf ruinierenden, skrupellosen Züchter und Tierhalter , nicht konsequent genug vorgegangen wurde. Ich möchte heute schon Wetten darüber abschließen, meinte Klein, daß  nach den Pit Bulls und Staffordshires alsbald weitere, bisher noch nicht vermutete Rassen, als aggressive Bestien herhalten werden.

Wichtiger Hinweis:

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